Otello darf nicht platzen - Winter 2014/15

Otello darf nicht platzen- Aufführungen waren ein Erfolg!

Eine Farce von Ken Ludwig

Regie: Manfred Fels

 

Das Publikum fühlte sich zunächst in die Oper versetzt, als das Winterstück der Burgspielschar mit dem Lied „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“, gesungen von Luciano Pavarotti begann. Aber dann war man auch schon in der Hotelsuite des weltberühmten Tenors Tito Merelli, dessen großer Auftritt anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Opernhauses Cleveland bevorstand; zumindest in der von Ken Ludwig geschriebenen Komödie. Alles war vom gestressten aber ebenso launischen und herrschsüchtigen Theaterdirektor Saunders, herrlich gespielt von Dieter Kaupp, bestens geplant und seine dienstbeflissene rechte Hand Max (Sebastian Schiller, unter allen Stimmungsschwankungen mit leidend) war eindringlich angewiesen worden, auf Tito aufzupassen, damit dieser sich „von Weibern fern und seine Hände bei sich behält“. Das sollte sich als schwieriger erweisen als es sich anhört.

Aber zunächst begannen die Probleme damit, dass Tito viel zu spät kam, ungeplanter Weise seine eifersüchtige Frau Maria mitbrachte und er sich unterwegs dummerweise auch noch übergessen hatte und es ihm nun sehr schlecht ging. Was gleich zu einem heftigen Ehestreit führte, den Oliver Glaap und Ilona Kunz mit gekonntem italienischen Akzent und temperamentvoll austobten. Die Proben mussten nun ohne den Star stattfinden und Max kümmerte sich inzwischen rührend um den kränkelnden Star. Dabei erzählte er Tito von seinen eigenen Ambitionen, Sänger zu werden und erhielt prompt Nachhilfe vom großen Weltstar. Während sich die beiden Herren anfreundeten spitzte sich im Schlafzimmer die Lage zu, denn Maggi, die Tochter von Saunders und Freundin von Max (von Franziska Kunkel mal herrlich romantisch verklärt, mal zielstrebig energisch gespielt), wollte dem Star unbedingt nahe sein und hatte sich dort versteckt. Ein Aufeinandertreffen mit Maria war trotz Ausweichversuchen mal in den Wandschrank und mal ins Badezimmer unvermeidlich. Da das Bühnenbild beide Teile der Suite mit einer angedeuteten Wand mit Zwischentür enthielt, war das parallele Geschehen vom Publikum sichtbar und das flotte Tür auf Tür zu, bei dem sich Maggi sogar eine blutige Nase holte, amüsierte das Publikum aufs Köstlichste. Letztlich rauschte Maria wutentbrannt von dannen, nicht ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen. Was wiederum Tito veranlasste, sich umbringen zu wollen.

Um die Geschichte hier nicht ganz zu erzählen nur so viel: Weil Tito zu viel Tabletten geschluckt hatte und der Abschiedsbrief ihm zugeschrieben wurde, hielten Saunders und Max ihn für tot und da Otello „nicht platzen“ durfte, musste Max als Double einspringen, ohne dass man dies verraten würde. Nun gab es aber neben Maggi auch noch die Sängerin Diana (sehr verrucht dargestellt von Beate Hild) und die überdrehte Vorsitzende der Operngilde Julia (glänzend von Steffi Friedmann gespielt), die dem großen Star leidenschaftlich nachstellten und ihn unbedingt in seiner Suite treffen wollten. Auch der Hotelpage (Jan Tore Ohlsen, der mit 15 Jahren zum ersten Mal im Winterstück mitspielte und dabei ein glänzendes Debüt gab) war begeisterter Opern Fan und an der „Jagd“ beteiligt, die aber nur für einige von Erfolg gekrönt war. Dennoch konnte man allen Spielerinnen und Spielern ansehen, dass sie sich erfolgreich in ihre Rolle eingespielt hatten und so war das von Manfred Fels flott inszenierte Stück auf ganzer Linie ein Erfolg, der vom Publikum mit reichlich vielen Lachern und sehr langem Applaus belohnt wurde.

 

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